Ammoniak zählt zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf das Stallklima und wird dennoch häufig unterschätzt. Das Gas entsteht beim mikrobiellen Abbau stickstoffhaltiger Verbindungen in Kot und Urin und kann sich insbesondere in geschlossenen Stallanlagen schnell anreichern.
Bestimmte Rahmenbedingungen begünstigen die Ammoniakbildung besonders stark:
- hohe Feuchtigkeit im Stall
- warme Temperaturen
- unzureichende Luftzirkulation
- nasse oder verschmutzte Einstreu
Bereits geringe Ammoniakkonzentrationen wirken reizend auf Schleimhäute und Atemwege. Tiere reagieren sensibel auf diese Belastung, was sich langfristig auf ihre Gesundheit und Leistung auswirkt. Auch für das Stallpersonal stellt Ammoniak eine erhebliche Belastung dar.
Typische Folgen einer erhöhten Ammoniakbelastung sind:
- Atemwegsprobleme
- Stress und Unruhe bei Tieren
- geringere Futteraufnahme
- sinkende Leistungsparameter
Ein zentrales Problem ist, dass Ammoniak nicht immer bewusst wahrgenommen wird. Der menschliche Geruchssinn passt sich schnell an, sodass subjektive Einschätzungen täuschen können. Objektive Messungen liefern daher die einzige verlässliche Grundlage für eine Bewertung.
Zur Kontrolle haben sich bewährt:
- elektronische Ammoniaksensoren
- mobile Messgeräte
- einfache Indikatorlösungen für den Stallalltag
Eine nachhaltige Reduktion von Ammoniak erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Neben Lüftung und Stallhygiene spielt auch die Reduktion an der Entstehungsquelle eine entscheidende Rolle. Mineralische Materialien können überschüssiges Ammonium binden und so die Freisetzung von Ammoniak reduzieren.
Ein stabiles Stallklima verbessert nicht nur das Tierwohl, sondern wirkt sich direkt auf Leistung, Gesundheit und Arbeitsbedingungen aus.



